Anzeige wegen Verleumdung

AfD-Landtagsabgeordneter beschäftigt Vergewaltiger – und diskreditiert das Opfer

Quelle: Süddeutsche Zeitung
AfD-Landtagsabgeordneter beschäftigt Vergewaltiger – und diskreditiert das Opfer
Bildquelle: Michael Movchin, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Recherchen der Augsburger Allgemeinen haben aufgedeckt, dass der AfD-Abgeordnete Andreas Jurca einen verurteilten Vergewaltiger in seinem Wahlkreisteam in Augsburg beschäftigt. Als die Grünen-Abgeordnete Gabriele Triebel Jurca im bayerischen Landtag fragte, ob er eine Vergewaltigung in einer Beziehung als Beziehungstat oder als Straftat betrachte, wich er einer Antwort aus.

Auf die Recherchen reagierte Jurca in einem Podcast, in dem er sagte, eine Verurteilung wegen Vergewaltigung in einer Beziehung bedeute nicht zwingend, dass eine solche auch stattgefunden habe. Auch in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung hatte er diese Ansicht geäußert.

In dem Podcast kam auch der verurteilte Täter selbst zu Wort. Jurca hatte in dem Beitrag ebenfalls geäußert, dass eine Frau, die sich mit einem bauchfreien Top in sozialen Medien zeige, unmöglich Opfer einer Vergewaltigung geworden sein könne. Dieser Podcast hatte nun eine Anzeige wegen Verleumdung durch das Opfer zur Folge. Die Anwältin des Opfers sprach von einer unsäglichen Täter-Opfer-Umkehr und erklärte, Jurca stelle eine Vergewaltigung als Lappalie und Beziehungsdrama dar. Der Podcast bediene alle bekannten Vergewaltigungsmythen.