Arbeitstage bis zu 14 Stunden: Wie Paketboten ausgebeutet werden

Quelle: Tagesschau
Arbeitstage bis zu 14 Stunden: Wie Paketboten ausgebeutet werden
Bildquelle: Pvossenaar, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zehn Millionen Pakete täglich, der Großteil über private Dienstleister. Recherchen des ARD-Magazins Plusminus zeigen, dass das Geschäftsmodell einen Rechtsbruch strukturell voraussetzt.

DPD vergütet seinen Subunternehmern 2,15 Euro je angefahrener Adresse und 30 Cent/Paket. Die offengelegte Bilanz eines Subunternehmers weist daraus einen Monatsgewinn von rund 300 Euro pro Sprinter aus. Bei dieser Marge ist die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns ausgeschlossen.

Der reale Lohn entsteht durch systematischen Arbeitszeitbetrug. Sortier- und Beladezeiten von bis zu vier Stunden werden nicht vergütet, der Arbeitstag wird auf 14 Stunden gestreckt, der effektive Stundenlohn sinkt dabei unter neun Euro.

Die rechtliche Verantwortung verteilt sich auf rund 770 Systempartner, mit etwa 11.000 Fahrern. Preisbildung und Volumensteuerung verbleiben beim Konzern, die Haftung wird ausgelagert.

Bereits 2023 forderte der Bundesrat die Abschaffung von Subunternehmen durch das Bundesarbeitsministerium, bisher ohne Folgen.

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