Stellungnahmen bei Olympia
Athleten gegen Trump
Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina wird der politische Unmut gegen Donald Trump offen sichtbar. Pfiffe gegen US-Vizepräsident J. D. Vance bei der Eröffnungsfeier versuchten Trump und die Organisatoren herunterzuspielen, doch sie stehen nur für einen Teil der Proteste. Deutlicher kommt die Kritik aus den Reihen der US-Athlet:innen selbst. Mehrere Sportler:innen äußerten öffentlich Zweifel daran, die USA derzeit zu repräsentieren, sprachen von „gemischten Gefühlen“ oder zeigten sich tief enttäuscht über die politische Lage. Einige, wie Eiskunstläuferin Amber Glenn, kündigten ausdrücklich an, sich nicht zum Schweigen bringen zu lassen.
Offizielle Sanktionen blieben bislang aus, obwohl das IOC politische Botschaften bei Olympischen Spielen eigentlich untersagt. Die Auslegung dieser Regel gilt jedoch seit Jahren als flexibel. Während frühere Proteste anderer Athleten sanktioniert wurden, blieben kritische Aussagen US-Sportler:innen bislang folgenlos. Mailand liefert damit einen Vorgeschmack auf kommende Konflikte: Wenn die USA selbst Gastgeber großer Sportereignisse werden, dürfte die politische Bühne Sport und Verbände erneut vor die Frage stellen, was als politische Botschaft gilt – und für wen.