Handy-Verzicht an Schulen

Berliner Schüler testen den digitalen Verzicht

Quelle: Tagesschau
Berliner Schüler testen den digitalen Verzicht
Bildquelle: TheEgdeLord, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Etwa 70 Schüler:innen der evangelischen Schule Berlin-Köpenick haben an einem Experiment teilgenommen, bei dem sie drei Wochen lang komplett auf ihr Handy verzichtet haben. Der wissenschaftliche Leiter des Projekts Oliver Scheibenbogen von der Siegmund-Freud-Universität Wien spricht von einem „Leidensdruck“, den Kinder und Jugendliche durch intensive Smartphone-Nutzung verspüren. An der Berliner Schule gab es schon vor dem Experiment klare Regeln: Für die Klassen fünf bis zehn sind Handys während der Schulzeit tabu. Mehrere Jugendliche berichten über den Verzicht, dass sie nicht TikTok oder Instagram am meisten vermissen, sondern die Kommunikation mit Freunden.

Eine aktuelle Langzeituntersuchung der DAK und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt, dass etwa 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland soziale Medien in einer problematischen Art und Weise nutzen, etwa 350.000 gelten als abhängig. Mehr als ein Drittel der Jugendlichen nutzt regelmäßig Chatbots, und jeder Zehnte fühlt sich von einer KI besser verstanden als von echten Menschen. Fachleute betonen, dass Verbote alleine das Problem nicht lösen, „Kinder müssten lernen, bewusst mit digitalen Medien umzugehen“, so die Medienpsychologin Katharina Scheiter von der Universität Potsdam.