Hybride Bedrohung
BKA zählt mehr als 320 Sabotage-Verdachtsfälle
In Deutschland haben die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr eine deutlich erhöhte Zahl mutmaßlicher Sabotagefälle registriert. Laut einem eingestuften Lagebild des Bundeskriminalamts wurden bundesweit 321 Sabotage-Verdachtsfälle erfasst. Bereits in den ersten Wochen des neuen Jahres kamen weitere Vorfälle hinzu, darunter Einbrüche in Umspannwerke und Windkraftanlagen, der Diebstahl von Bahn-Funkgeräten sowie eine mutmaßlich manipulierte Bahnstrecke, auf der eigentlich ein Militärtransport hätte fahren sollen. Besonders häufig traten die Fälle in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf, betroffen waren unter anderem Energieversorgung, Bahn, Bundeswehr und andere kritische Infrastrukturen.
Zusätzlich meldeten die Behörden im vergangenen Jahr mehr als 1.200 sogenannte Drohnen-Sachverhalte mit über 2.300 beobachteten Überflügen, teils in der Nähe militärischer oder sensibler Einrichtungen. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass hinter einem Teil der Vorfälle russische Geheimdienste stehen könnten, die mutmaßlich sogenannte „Wegwerf-Agenten“ anwerben. Um schneller reagieren zu können, bauen Bund und Länder ihre Zusammenarbeit aus, unter anderem mit einem geplanten Abwehrzentrum gegen hybride Bedrohungen beim Verfassungsschutz. Gleichzeitig zeigt sich, dass nicht jeder Verdachtsfall bestätigt werden kann: In mehreren Fällen blieben Ermittlungen ergebnislos oder Hinweise erwiesen sich später als Fehlalarme.