Ali  Laridschani

Das ist Irans inoffizieller Staatschef

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Das ist Irans inoffizieller Staatschef
Bildquelle: Tasnim News Agency, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Nach dem Tod von Ali Chamenei ist der 67-jährige Ali Laridschani zum mächtigsten Mann im Iran geworden. Seit langem ist er einer der bekanntesten Köpfe in Teheraner Regierungskreisen. Zur Präsidentschaftswahl durfte er jedoch bislang nicht antreten, Chameneis Wächterrat hatte andere Kandidaten bevorzugt. Dennoch diente er dem Obersten Führer als enger Berater, und wurde im Juni 2025 als Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats eingesetzt. Zu einer Zeit, in dem das Land durch Proteste im Inneren und israelische Angriffe von außen unter starkem Druck stand, sah Chamenei in Laridschani die richtige Wahl, um seinen Staat durch die Krise zu führen und alles für den Kriegsfall vorzubereiten, der jetzt eingetreten ist.

Laridschani ist politisch streng konservativ, zugleich aber auch Pragmatiker. Seine Priorität ist in erster Linie das Überleben der Islamischen Republik. Auch außenpolitisch ist Laridschani für Kompromisse, etwa beim Atomprogramm. Ihm ist bewusst, wie groß die Kluft zwischen Regime und dem iranischen Volk geworden ist, aber die Schlüsse daraus sind die eines Hardliners: Es war Laridschani, der die Proteste im Januar niederschlagen ließ und den Schießbefehl gab.