Ungarn
Deutsche Aktivistin Maja T. in Budapest zu acht Jahren Haft verurteilt
Die deutsche Aktivistin Maja T. ist in Ungarn zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Budapester Stadtgericht sprach sie wegen Gewalttaten gegen mutmaßliche Rechtsextremisten schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte eine deutlich höhere Strafe gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Bewährung schloss das Gericht aus.
Maja T. war Ende 2023 in Berlin festgenommen und 2024 nach Ungarn ausgeliefert worden, obwohl ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts die Überstellung untersagte. Die Auslieferung und das Verfahren sind umstritten. T. und ihr Vater sprechen von einem politisch motivierten Prozess. Der Fall erregte auch deshalb Aufmerksamkeit, weil Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán mehrfach eine harte Bestrafung forderte und die beteiligte Antifa-Gruppierung als Terrororganisation einstufte.