Schüsse in Stade
Eltern stritten mit Jugendamt und Klinik um ihr Baby - Verdacht auf Schütteltrauma
Hintergrund für die tödlichen Schüsse in einem Mutter-Kind-Heim in Stade war offenbar ein Streit zwischen den Eltern und dem Jugendamt sowie mit einer Klinik. Die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichten, dass der Säugling zuvor von den Eltern als Notfall in eine Klinik in Hannover gebracht wurde. Weil ein behandelnder Arzt den Verdacht auf Schütteltrauma geäußert hatte, leitete das Jugendamt daraufhin eine Trennung des Säuglings von den Eltern ein. Beide Elternteile hatten der Maßnahme widersprochen. Ein Familiengericht hatte aber schließlich angeordnet, dass das Kind zusammen mit der Mutter in der Einrichtung in Stade untergebracht werden sollte.
Ärzte der Klinik hatten bereits zuvor bei der Polizei Hannover Anzeige gegen den Vater des Kindes erstattet, weil sie sich von seinem aggressiven Verhalten bedroht gefühlt hätten. Gegen den Tatverdächtigen liegt mittlerweile ein Haftbefehl vor. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten aufgrund von Heimtücke und niederen Beweggründen als sechsfachen Mord.