Konjunktur

Energiepreisschock bremst Wachstum und treibt Inflation voran

Quelle: Zeit
Energiepreisschock bremst Wachstum und treibt Inflation voran
Bildquelle: Pixabay drpepperscott230

Der Krieg im Iran hat seit Ende Februar zu einem großen Anstieg der Öl- und Gaspreise geführt. Dies führte wiederum zu höheren Folgekosten, besonders bei den entsprechenden Lieferketten. Der Energiepreisschock trifft dabei die wirtschaftliche Erholung in Deutschland spürbar. Führende Wirtschaftsinstitute rechnen deshalb für 2026 nur noch mit einem Wachstum des BIP von 0,6 Prozent anstelle der zuvor prognostizierten 1,3. Für 2027 sehen sie ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent. Die Inflation soll 2026 bei 2,8 Prozent liegen und 2027 auf 2,9 Prozent steigen.

Ein Grund sind die Versorgungsprobleme mit Energie, da die Straße von Hormus weiterhin blockiert ist. Außerdem steigen die Kosten für die Produktion, den Transport und Lebensmittel, aufgrund der höheren Energiepreise. Die Institute gehen davon aus, dass die Straße von Hormus bald wieder voll befahrbar ist. Gleichzeitig wird die Erhöhung der Kosten entlang der Lieferketten weitergegeben, was zu einer deutlichen Dämpfung des privaten Konsums führt. Die Erholung am Arbeitsmarkt verzögert sich und die Arbeitslosenquote steigt auf 6,4 Prozent. Staatliche Ausgaben stabilisieren die Konjunktur zwar teilweise, gleichzeitig warnen die Institute vor pauschalen Entlastungen wie Tankrabatten und empfehlen eher gezielte soziale Hilfen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht durch den Konflikt zusätzlichen Druck für Strukturreformen. Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, drohen weiter steigende Energiepreise, stärkere Störungen im Welthandel und eine Inflation von über 3 Prozent.