Epstein-Ermittlungen

Festnahme Mandelsons belastet britische Regierung

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Festnahme Mandelsons belastet britische Regierung
Bildquelle: Number 10, OGL 3, via Wikimedia Commons

Nachdem die Verhaftung von Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor in der vergangenen Woche bereits für Aufsehen gesorgt hatte, setzt eine weitere prominente Festnahme die britische Regierung weiter unter Druck. Am Montagabend wurde der frühere britische Wirtschaftsminister und ehemalige Botschafter in den USA Peter Mandelson wegen des „Verdachts des Amtsmissbrauchs“ in London festgenommen. Mittlerweile wurde er gegen Auflagen wieder freigelassen.

Im Zuge der Veröffentlichung der Epstein-Akten kamen wie auch im Fall Mountbatten-Windsor immer mehr Details ans Licht, die Mandelson schwer belasten. Die Hauptverdachtspunkte, die Anlass für seine Verhaftung waren, ähneln auch den Vorwürfen gegen den ehemaligen Prinz Andrew: Mandelson soll vertrauliche Regierungsinformationen und wertvolles Insiderwissen an Epstein weitergegeben haben, unter anderem Vorabinformationen über den Rücktritt des früheren Premierministers Gordon Brown, sowie über einen 500-Milliarden-Rettungsschirm in der Euro-Krise.

Mandelson betonte, er sei niemals schuldig oder mitschuldig an Epsteins Verbrechen gewesen, aber auch für den „Prince of Darkness“, wie britische Medien den Politiker schon während seiner Zeit im Kabinett von Tony Blair getauft hatten, wird der enge Kontakt zu Epstein selbst nach dessen Verurteilung 2008 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger immer schwerer abzustreiten. Premierminister Keir Starmer, der Mandelson zum US-Botschafter berufen hatte, muss sich vorwerfen lassen, dessen enge Verbindungen zu Epstein nicht ausreichend geprüft zu haben.