Vereinte Nationen
Kein deutscher Sitz im UN-Sicherheitsrat
Deutschland ist bei der Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich enttäuscht über das schwache Ergebnis bei der Wahl und machte unter anderem die deutsche Unterstützung für die Ukraine verantwortlich, die bei Ländern wie Russland Gegenwind für die deutsche Bewerbung ausgelöst haben könnte.
Analysten wie Daniel Forti, UN-Experte der International Crisis Group, beschreiben dagegen abweichende Gründe. Andere Länder hätten sich schon viel früher und ausgiebiger um Unterstützung bei der Abstimmung bemüht. Wadephul dagegen hatte vor allem viele Last-Minute-Gespräche geführt. Den Anspruch Deutschlands, als zweitgrößter Beitragszahler der UN im Weltsicherheitsrat vertreten zu sein, akzeptierten viele kleinere Staaten nicht mehr als Automatismus.
Forti nennt auch das enge Verhältnis von Deutschland zu Israel als weiteren Grund. Es gebe eine große Mehrheit unter den UN-Mitgliedstaaten, die Palästina unterstütze und sehr besorgt über Israels Krieg in Gaza und in der Westbank sei.