Markus W. und Gil Ofarim
"Gil Ofarim inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin"
Mehr als vier Jahre nach den falschen Antisemitismusvorwürfen meldet sich der damalige Leipziger Hotelmitarbeiter Markus W. erstmals selbst zu Wort. Gil Ofarim habe ihn 2021 zu Unrecht beschuldigt, ihn wegen einer Davidstern-Kette nicht einchecken zu lassen. Tatsächlich habe es an dem Abend technische Probleme gegeben, Ofarim sei aufgebracht gewesen und habe gedroht, die Zustände „viral gehen“ zu lassen. Von einer Kette sei nie die Rede gewesen. Nach Veröffentlichung des Instagram-Videos sei das Hotel in einen Ausnahmezustand geraten, er habe Morddrohungen erhalten und sei zeitweise an einen sicheren Ort gebracht worden. Aus Angst um seine berufliche Zukunft und auf juristischen Rat hin habe er damals geschwiegen.
Heute ärgert ihn, dass Ofarim im Dschungelcamp erneut Zweifel an den damaligen Feststellungen weckt. Weder Gericht noch Gutachter hätten die Videoaufnahmen infrage gestellt, betont W.; es gebe keinen Schweigedeal, lediglich eine Unterlassungserklärung, die Ofarim verbiete, die falsche Antisemitismusbehauptung zu wiederholen. Die vereinbarte Entschädigung habe er bislang nicht erhalten. Dass sich Ofarim nun wieder als Opfer inszeniere, empfinde er als schwer erträglich – er selbst sei derjenige, der unter den Folgen der falschen Anschuldigungen bis heute leide.