Meinung: Umgang mit Palästinensern

Nein, Israels Problem heißt nicht nur Benjamin Netanjahu

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nein, Israels Problem heißt nicht nur Benjamin Netanjahu
Bildquelle: Dr. Zachi Evenor, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Mal wieder ist es Gesprächsthema, ob wir in Europa einem Staat wie Israel, der mit Völkermordvorwürfen konfrontiert ist, beim ESC eine Plattform bieten sollten. Denn auch wenn die teils rechtsextreme Regierung unter Benjamin Netanjahu in den palästinensischen Gebieten und – seit dem Iran-Krieg – auch im Libanon für ein Groß-Israel kämpft und Menschen auf brutalste Art und Weise vertreiben will: beim ESC tritt eine Gesellschaft an, keine Regierung.

Allerdings hat auch diese Gesellschaft ihre Probleme. In der Altersgruppe der 18- bis 22-Jährigen bezeichnen sich in einer Umfrage 75 % als „rechts“. Der 7. Oktober hat das Land spürbar verändert. In den populärsten Medien wird in Debatten das Töten palästinensischer Kinder legitimiert.

Gleichzeitig gibt es eine Minderheit, die protestiert. Eine Minderheit, die laut ist. Die sich gegen Netanjahu und seinen autoritären Abbau des Rechtsstaats richtet. Und für genau diese Minderheit müssen wir kämpfen.

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