Kann die Deutsche Bahn durch eine Reform der Trassenvergabe pünktlicher werden?

Pünktlichkeit der Bahn: Ausdünnung und Pufferzeiten als Lösung?

Quelle: Zeit
Pünktlichkeit der Bahn: Ausdünnung und Pufferzeiten als Lösung?
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Die von Infrastruktur-Problemen geplagte Deutsche Bahn sucht weiterhin nach Auswegen aus der Pünktlichkeitsmisere. Ein neuer Vorschlag sieht vor, die Anzahl der Züge im Zugnetz zu verringern. Denn: Nur jeder fünfte Zug kommt wegen der maroden Infrastruktur zu spät, hingegen entfallen drei von fünf Verspätungen auf Folgeeffekte anderer Verspätungen. Einer Umfrage der Bundesnetzagentur aus 2025 zeigte, dass 80% der Befragten eine höhere Pünktlichkeit gegenüber einer höheren Zugdichte bevorzugen würde.

Dieses Vorgehen stößt jedoch auf Skepsis. Erste Erfahrungen im Jahr 2023 zeigten bereits, dass trotz geringerer Fernverkehrszugfahrten die Pünktlichkeit in kaum messbarem Umfang verbessert wurde, Grund waren zusätzliche Buchungen anderer Verkehrsträger (Güter-, Nahverkehr-, Privatbahnen). Derzeit erarbeitet die Deutsche Bahn daher zusammen mit anderen Verkehrsunternehmen, den Gewerkschaften und Fahrgastvertretern eine Reform der Trassenvergabe: Es soll eine „Pufferzeit“ zwischen zwei Zugfahrten zusätzlich eingeplant werden, um gerade chronisch überlastete Knotenpunkte zu entlasten. Erste Erprobungen beginnen dieses Jahr auf Nebenstrecken, eine Einführung für das Gesamtnetz ist für 2031 geplant.