Benzinkrise in Russland

Putin kann die Spritkrise nicht mehr kleinreden

Quelle: Die Zeit
Putin kann die Spritkrise nicht mehr kleinreden
Bildquelle: Gennady Grachev from Moscow, Russia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Seit Februar greift die ukrainische Armee verstärkt Raffinerien, Treibstofflager und Pumpstationen in Russland an. Mindestens acht der zehn größten Ölverarbeitungsbetriebe des Landes wurden allein im Mai schwer beschädigt. Die Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur haben eine bislang beispiellose Benzinkrise im Land zur Folge. Die staatliche Statistikbehörde Rosstat meldete, dass die Treibstoffpreise an Tankstellen seit Jahresbeginn im Schnitt um mindestens zehn Prozent gestiegen sind. In vielen Regionen Russlands wird Treibstoff mittlerweile rationiert und der Verkauf an Tankstellen stark eingeschränkt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die Angriffe als „völlig gerechtfertigte Antwort“ auf den russischen Beschuss ukrainischer Städte. Die ukrainischen Vergeltungsschläge sollen vor allem den innenpolitischen Druck auf den russischen Präsidenten Putin erhöhen. Putin hatte die Probleme der Benzinkrise zuvor heruntergespielt. Experten schätzen dagegen, dass sich die Krise in den kommenden Wochen weiter zuspitzen dürfte.