Wohlstand durch Arbeit
Reich werden durch Arbeit? Vergiss es
Die Forderung nach mehr Einsatz von Arbeitnehmer:innen stößt in Deutschland auf Skepsis – vor allem, weil für viele unklar ist, was sie persönlich davon haben sollen. Umfragen zeigen, dass eine große Mehrheit davon ausgeht, mit einem normalen Job niemals reich werden zu können. Tatsächlich legen private Haushalte im Schnitt nur wenige hundert Euro im Monat zurück. Selbst über Jahrzehnte reicht das kaum aus, um nennenswertes Vermögen aufzubauen. Auch mit renditestärkeren Anlagen wie ETF-Sparplänen bleibt die erste Million für die meisten erst sehr spät erreichbar – oft erst nach rund 44 Jahren und inflationsbereinigt mit deutlich geringerer Kaufkraft.
Hinzu kommt, dass Arbeitseinkommen in Deutschland stark besteuert wird, während Kapitalerträge vergleichsweise günstig behandelt werden. Mehr Arbeit führt deshalb nicht automatisch zu spürbar mehr Wohlstand, teilweise sinkt der effektive Stundenlohn sogar. Studien zeigen zudem, dass zusätzliche Arbeitsstunden die Lebenszufriedenheit nicht zwingend erhöhen. Reich werden vor allem jene, deren Einkommen nicht an ihre Arbeitszeit gebunden ist: durch unternehmerisches Risiko, skalierbare Geschäftsmodelle oder Erbschaften. Für die Mehrheit bleibt Lohnarbeit damit ein Mittel zur Existenzsicherung – nicht der verlässliche Weg zu großem Vermögen.