Tod von Kartellchef "El Mencho"

So ist die Lage in Mexiko

Quelle: Zeit
So ist die Lage in Mexiko
Bildquelle: La Prensa Gráfica Noticias de El Salvador, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Mexikanische Soldaten haben am Sonntag den als „El Mencho“ bekannten Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) getötet, was eine Welle der Gewalt im Land ausgelöst hat. Das Kartell ist laut der Drug Enforcement Administration (DEA) mit etwa 18.800 Mitgliedern eine der kriminellen Gruppen mit der größten Präsenz im Land. Die USA haben die mexikanische Regierung bei der Operation offenbar mit Geheimdienstinformationen unterstützt, bereits zuvor hatte die US-Regierung das extrem gewalttätige Drogenkartell als ausländische Terrororganisation eingestuft. Expert:innen befürchten, dass der Tod des Drogenbosses zu weiterer Gewalt rivalisierender Banden führen könnte, bislang wurden insgesamt mindestens 74 Menschen im Zuge der Gewalt getötet.

Mitglieder des Kartells reagierten landesweit mit roher Gewalt auf den Militäreinsatz bei dem der Kartellchef tödlich verletzt wurde, in vielen Teilen des Landes wurden Straßen mit brennenden Autos blockiert. Das CJNG besitzt ein großes Waffenarsenal sowie gepanzerte Fahrzeuge. Die Organisation ist neben dem Handel mit Fentanyl auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt, „El Mencho“ soll ein Milliardenvermögen besessen haben. Die mexikanische Armee verlegte 2.500 zusätzliche Soldaten in den Westen des Landes, wo vor allem das ländliche Gebiet nahe der Provinzhauptstadt Guadalajara als strategischer Zufluchtsort des Kartells genutzt wurde. Viele Einwohner:innen in Guadalajara trauten sich am Sonntag nicht auf die Straße, der Betrieb am internationalen Flughafen der Stadt lief nur mit reduziertem Personal. Nordamerikanische Fluggesellschaften sagten am Sonntag Flüge in mehrere mexikanische Städte ab, die Lufthansa behielt ihre täglichen Verbindungen nach Mexiko-Stadt aber zunächst ‌bei. 

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf und sagte, dass Sicherheitskabinett werde fortlaufend über die Lage informieren. Noch vor wenigen Wochen hatte Sheinbaum gesagt, eine Rückkehr zum Krieg gegen die Drogen sei „keine Option". In den vergangenen Monaten hatte US-Präsident Donald Trump Mexiko jedoch mehrfach mit Strafzöllen sowie Einsatz des Militärs gedroht, sollte das Land nicht stärker gegen den Schmuggel von Fentanyl vorgehen.  

Die US-Botschaft in Mexiko und die diplomatischen Vertretungen anderer Länder warnten vor Unruhen im Land und empfahlen im Land befindlichen Bürger:innen, sich bis auf Weiteres an sicheren Orten aufzuhalten. Eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes lag zunächst nicht vor.