Fall Collien Fernandes

Spanisches Gericht erklärt sich im Fall Ulmen für nicht zuständig

Quelle: Zeit
Spanisches Gericht erklärt sich im Fall Ulmen für nicht zuständig
Bildquelle: © Raimond Spekking

Im Fall Collien Fernandes hat der Oberste Gerichtshof der Balearen den Fall nach Deutschland abgegeben. Laut der zuständigen Richterin habe der Fall zu viele deutsche Bezüge, als dass er unter spanischer Zuständigkeit verhandelt wird könnte. „Die wesentlichen Tatsachen, die zur Anzeige geführt haben, wurden mutmaßlich auf deutschem Staatsgebiet begangen oder über digitale Plattformen, die auf Deutsch veröffentlichen“, so eine Sprecherin des Gerichts. Dazu sind sowohl Collien Fernandes als auch ihr Ex-Mann und mutmaßlicher Täter Christian Ulmen beide deutsche Staatsangehörige mit deutschem Wohnsitz. Das Verfahren und alle Akten sollen nun an die Staatsanwaltschaft in Itzehoe in Schleswig-Holstein abgegeben werden, die die Ermittlungen fortführen werden.

Fernandes hatte sich bewusst dafür entschieden, in Spanien zu klagen: Im Vergleich zu Deutschland gilt Spanien als Vorreiter im Kampf gegen geschlechterspezifische Gewalt,ℹ︎ und die Rechte von Frauen bei digitaler Gewalt seien dort deutlich besser als im „Täterparadies Deutschland“.ℹ︎

Ende März 2026 veröffentlichte der Spiegel eine Recherche, in der Collien Fernandes scharfe Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhebt. Bereits im Februar hatte sie ihn auf Mallorca angezeigt. Ulmen soll jahrelang Fakeprofile unter ihrem Namen betrieben haben, mit denen er Männer aus ihrem beruflichen Umfeld kontaktiert und gefälschte Nacktfotos und Sexvideos ausgetauscht hat. Nachdem sie Anzeige gegen unbekannt erstattet hatte, habe er ihr gebeichtet, für die Taten verantwortlich zu sein.

Nun geht Christian Ulmen gegen die Berichterstattung des Spiegels anwaltlich vor.