Niedersachsen
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen wegen Deepfake-Video in der CDU ein
Die CDU-Fraktion in Niedersachsen hat sich wegen eines Deepfake-Videos mit sexualisiertem Inhalt an die Staatsanwaltschaft gewandt. In dem KI-generierten Kurzvideo, das ein männlicher Kollege im Januar in einer internen WhatsApp-Gruppe geteilt hatte, soll eine Mitarbeiterin der CDU-Fraktion tanzend im Bikini dargestellt worden sein. Laut Staatsanwaltschaft stelle das Video kein Sexualdelikt dar, weil die Frau im Video einen Bikini trägt und daher juristisch gesehen als angezogen gilt. Es könne jedoch als Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz gelten, dafür müsste die Betroffene aber eine Anzeige stellen.
Laut Berichten von Welt und Business Insider sollen mehrere CDU-Fraktionsmitarbeiter in der privaten Chatgruppe gewesen sein. Demnach habe einer von ihnen die anderen Beteiligten bereits im Januar dazu aufgefordert, das Video zu entfernen und über die Angelegenheit Stillschweigen zu bewahren. Dem Bericht zufolge wurde der Mitarbeiter, der zum Stillschweigen aufgerufen hatte, am Dienstag suspendiert; der Ersteller des Videos sei fristlos entlassen worden.