Starmer soll bleiben. Aber Trump darf sehr gern zurücktreten
Die Auswirkungen der veröffentlichten Epstein-Akten und der Druck auf die britische Regierung, insbesondere auf Premierminister Keir Starmer, haben diese Woche weiter zugenommen. Starmer hatte den früheren Labour-Politiker Peter Mandelson, der durch Kontakte zu Jeffrey Epstein stark vorbelastet war, zum Botschafter in den USA ernannt und sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Starmers Fehler von Mandelsons Berufung steht jedoch in einem krassen Ungleichverhältnis zu den Konsequenzen, die US-Präsident Donald Trump derzeit für seine Beziehungen zu Epstein ertragen muss – nämlich bislang gar keine. Rechtspopulistische Bewegungen und Akteure auf beiden Seiten des Atlantiks missachten bewusst demokratische Normen und Gesetze, während demokratische Politiker an ebenjenem Normen-Standard gemessen und verurteilt werden. Es liegt auch in der Verantwortung der Medien, dieses Spiel der verschobenen Maßstäbe nicht mitzuspielen und aufgrund von eigennützigen Motiven weiter zu befeuern.