Rassismus in Deutschland
Studie zeigt "verfestigtes" rassistisches Denken in Deutschland
Eine Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) ergibt, dass der Glaube an vermeintliche naturgegebene Unterschiede zwischen verschiedenen Ethnien und Kulturen nach wie vor bei vielen Menschen in Deutschland fest verankert ist. Von Oktober 2025 bis Januar 2026 wurden dafür rund 8.200 Menschen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren befragt.
Der Studie zufolge glauben zwei von drei Befragten, dass bestimmte Kulturen „fortschrittlicher und besser“ seien als andere, knapp die Hälfte denkt, dass gewisse Gruppen „von Natur aus fleißiger“ seien. Mehr als ein Drittel stimmten der Aussage zu, dass es unterschiedliche „Rassen“ gäbe. Rassistische oder diskriminierende Erfahrungen gehören für viele Menschen in Deutschland laut der Studie zum Alltag. Ebenso zeigte die Studie weitverbreitete rassistische Diskriminierung in Behörden und Institutionen.
Etwa 65 Prozent der Menschen, die häufig selbst Diskriminierung erfahren, haben laut der Studie deutlich weniger Vertrauen in staatliche Institutionen und Akteure wie Polizei, Justiz, Bundesregierung und Politiker. „Diskriminierung ist somit kein bloßes Befindlichkeitsproblem, sondern eine reale Gefahr für die Legitimität staatlicher Institutionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Mit-Studienautor Tae Jun Kim. Das betonte auch die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman. „Rassistisches Denken und Handeln schadet nicht nur den Betroffenen, es gefährdet unsere Demokratie.“