Tradwife-Trend in der Kritik: Unterordnung als Erfolgsmodell

Quelle: Guardian
Tradwife-Trend in der Kritik: Unterordnung als Erfolgsmodell
Bildquelle: Internet Archive Book Images, No restrictions, via Wikimedia Commons

Die US-Autorin Tilly Dillehay bietet in einer sogenannten „Wife School“ kostenpflichtige Onlinekurse an, in denen Frauen lernen sollen, sich ihren Ehemännern unterzuordnen und traditionelle Rollenbilder zu erfüllen. Im Zentrum stehen Gehorsam, Selbstzurücknahme und die Akzeptanz einer männlichen Führungsrolle, während Konflikte in Beziehungen überwiegend den Frauen zugeschrieben werden. Die Kurse vermitteln, dass Stabilität und Glück vor allem durch Anpassung der Ehefrau erreicht werden sollen. Das Angebot ist Teil eines wachsenden Marktes konservativer christlicher Influencer:innen, die über soziale Medien insbesondere junge Frauen ansprechen, die sich von modernen Rollenbildern verunsichert fühlen.

Kritiker:innen sehen darin eine problematische Entwicklung. Die Inhalte seien ideologisch geprägt, würden Abhängigkeiten romantisieren und Machtungleichgewichte in Beziehungen ausblenden. Zudem steht das Geschäftsmodell in Verbindung mit der Tradwife-Bewegung, die eine Rückkehr zu patriarchalen Strukturen fordert und Feminismus für die Unzufriedenheit vieler Frauen verantwortlich macht. Insgesamt zeigt der Trend, wie religiöse und konservative Weltbilder gezielt als vermeintliche Lebenshilfe vermarktet werden und dabei gesellschaftliche Debatten über Gleichberechtigung neu befeuern.