USA

Trump könnte sich in Iran verschätzt haben

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Trump könnte sich in Iran verschätzt haben
Bildquelle: The White House, Public domain, via Wikimedia Commons

In den USA hat sich Trump bereits mit den Folgen seiner Zölle, den Härten seiner Einwanderungsbehörde und seinem Umgang mit dem Epstein-Skandal unbeliebt gemacht. Mit dem Krieg in Iran werden immer mehr kritische Stimmen gegen den US-Präsidenten laut, und zwar zunehmend auch bei konservativen MAGA-Anhängern und einflussreichen rechten Meinungsmachern wie Joe Rogan oder Tucker Carlson. Die Offensive im Nahen Osten hat die ohnehin schon schlechten Umfragewerte von Trump weiter verschlechtert. Acht Monate vor den Zwischenwahlen werden republikanische Kandidaten angesichts der Lage am Golf entsprechend nervös, denn die Partei könnte ihre knappe Mehrheit im Kongress verlieren. Nach wie vor gibt es keine klare Begründung für den Krieg, geschweige denn einen klaren Plan. Ratschläge von Beratern oder Experten, die sich in der Golfregion auskennen, wurden im Weißen Haus offenbar nicht gehört oder ignoriert. Immer deutlicher dagegen wird derzeit der Eindruck, der US-Präsident habe sich im Schlepptau von Israels Premier Benjamin Netanjahu verkalkuliert. Iran hingegen hat sich auf diesen Krieg offensichtlich über Jahre vorbereitet. Der iranische Hardliner Ali Laridschani drohte, Iran werde nicht nachgeben, ehe Trump „seine schwerwiegende Fehleinschätzung“ bereue.