Bilanz nach einem Jahr

Trumps Zollkrieg entlarvt sich als Eigentor

Quelle: Tagesschau
Trumps Zollkrieg entlarvt sich als Eigentor
Bildquelle: The White House, Public domain, via Wikimedia Commons

Mit massiven Zöllen auf US-Importe wollte Donald Trump die Handelsbilanz der USA ändern, die er als unfair empfand. Ein Blick auf die aktuelle Handelsbilanz zeigt jedoch, dass der Plan des US-Präsidenten bislang nicht aufgegangen ist, die USA kaufen weiterhin mehr Waren aus dem Ausland ein als sie exportieren. Aus ökonomischer Sicht ist das nicht per se schlecht, wie Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) betont, aber „die ökonomischen Zusammenhänge scheinen der US-Administration nicht wirklich klar zu sein.“

Viele der pauschalen Zölle, die Trump vor einem Jahr angekündigt hatte, wurden kurz darauf wieder gesenkt oder zurückgenommen, und der Oberste Gerichtshof der USA erklärte einen Großteil der Zölle für rechtswidrig. Die Auswirkungen sind jedoch weitreichend: die Zahl der Industriejobs in den USA ist deutlich gesunken, laut US-Arbeitsministerium fielen 90.000 Stellen im produzierenden Gewerbe weg, sowie rund 124.000 Jobs bei Transport und Logistik. Gleichzeitig steigen Inflation und Lebenshaltungskosten. Die Lasten der US-Zollpolitik tragen Verbraucher:innen und Unternehmen, weil Importeure ihre Kosten zum Großteil weitergeben.