Vetternwirtschaft: Welche Ausmaße die Affären in der AfD haben
Die Affären in der AfD um Anstellungen von Verwandten von Parteikollegen weiten sich weiter aus. Mittlerweile gibt es zahlreiche Vorwürfe der Vetternwirtschaft, laut einer Schätzung des Sterns könnte womöglich die Hälfte der 151 AfD-Bundestagsmitglieder direkt oder indirekt von diesen sogenannten Überkreuzanstellungen betroffen sein. Nach Sachsen-Anhalt rücken nun auch AfD Politiker in Baden-Württemberg in den Fokus, wo unter anderem der Spitzenkandidat Markus Frohnmaier in die Kritik geraten ist. Frohnmaiers Ehefrau, die aus Russland stammt und dort für eine regierungstreue Tageszeitung gearbeitet hatte, ist heute im Bundestag als Büroleiterin des baden-württembergischen AfD-Abgeordneten Johann Martel beschäftigt. Martel und Frohnmaier bestreiten Irregularitäten bei der Ein- und Anstellung. Auch Partei- und Fraktionschef Tino Chrupalla und AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl Sachsen-Anhalt im September Ulrich Siegmund sehen sich Vorwürfen ausgesetzt, Siegmund sieht jedoch in den Anstellungsverhältnissen kein Problem, sondern begrüßt sie im Gegenteil sogar als „gut“.
Diese Art von Überkreuzanstellungen sind rechtlich nicht illegal, aber politisch umstritten. Es ist Abgeordneten lediglich nicht erlaubt, selbst direkte Angehörige auf Steuerzahlerkosten zu beschäftigen. Für eine Partei wie die AfD, die sich gerne das Image der Aufräumer gibt und die von ihr so bezeichneten „Altparteien“ oft für angeblichen Filz und Vetternwirtschaft kritisiert, sind diese Affären besonders brisant.