Folgen des Iran-Kriegs
Warnung vor weltweiter Hungerkrise
Der Gründer der Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK) José Andrés warnte vor jahrelangen weltweiten Hungerkatastrophen als Folge des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus. Er befürchte einen drastischen Anstieg an Hungersnöten weltweit vom Herbst 2026 an, sagte Andrés der britischen Zeitung Guardian am Rande des Semafor World Economy Gipfels in Washington. Die Gefahr bestehe in der Verzögerung, mit der Düngemittel rechtzeitig zu Aussaatzeiten bei Bauern und Landwirtschaftsproduzenten ankommen. In dem folgenden Erntezyklus fehlen diese Lebensmittel dann. Höhere Preise und niedrigere Ernten würden die ärmsten Länder am härtesten treffen. Andrés schlägt eine „Friedenssteuer“ von 3 Prozent vor, um Hungerkrisen zu bekämpfen. Dieser Vorschlag wird auch vom Hilfswerk Oxfam unterstützt.
Andrés kritisierte vor allem immer weiter steigende Militärausgaben, während humanitäre Hilfe vernachlässigt werde. Nach einem Bericht des SIPRI Instituts erreichten bereits in 2024 weltweite Militärausgaben ein Rekordhoch von 2,72 Billionen US-Dollar (etwa 2,38 Billionen Euro), der höchste Wert seit Ende des Kalten Krieges. Ein Anteil von 3 Prozent dieser Ausgaben würde 81 Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Bekämpfung von Hunger bedeuten. Auch angesichts schärferer Migrationspolitik und verstärkten Grenz- und Einwanderungskontrollen, sowohl in den USA als auch in Europa mit dem bevorstehenden Migrations- und Asylpaket, warnte Andrés davor, dass keine Mauer hoch genug sei, um hungernde Menschen aufzuhalten.