Warum deutsche Mittelständler Produktion nach China verlagern
Immer mehr deutsche Firmen aus dem Mittelstand verlagern angesichts schlechter Standortbedingungen und steigender Konkurrenz ihre Produktion nach China um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ohne Arbeitsteilung bei Entwicklung, Herstellung und Endfertigung in einem zunehmenden globalen Wettbewerbsdruck könne man bei den Kosten in Deutschland international nicht mehr mithalten, so Patric Burkhart, Geschäftsführer der Firma Aura. Während China früher reines Absatzland für deutsche Maschinenbauer gewesen sei, konkurrierten heute chinesische Firmen zunehmend, da sie auch qualitativ hochwertige Anlagen auf dem Markt anböten.
Chinas Außenhandel reflektiert dies ebenfalls. Nach Angaben des chinesischen Zolls ist der Handelsüberschuss im vergangenen Jahr auf 1,2 Billionen Dollar gestiegen, mit Exporten nach Asien, Europa und Lateinamerika. Die Investitionen deutscher Unternehmen in China haben zuletzt ebenfalls deutlich zugenommen, so eine Untersuchung des Wirtschaftsinstituts IW Köln. Laut dem Wirtschaftsexperten Daniel Stelter seien zunächst die großen Konzerne nach China gegangen, wie etwa die Automobilindustrie, gefolgt von deren Zulieferer. „Jetzt geht der Mittelstand“, so Stelter, und fordert die Bundesregierung zu grundlegenden Reformen auf, etwa im Bereich Energiewende oder Arbeitskostensenkung mittels Sozialstaatreformen.