Öl- und Gaspreise
Was der Angriff auf Irans Gasfeld für die Energieversorgung bedeutet
Nachdem Israel den iranischen Teil des South-Pars-Gasfelds angegriffen hatte, schlugen im Gegenzug in der Nacht zu Donnerstag iranische Raketen im katarischen Industriekomplex Ras Laffan ein und trafen dort das größte Exportterminal für verflüssigtes Erdgas der Welt. Fast 20 Prozent des globalen Angebots für Flüssigerdgas (LNG) werden dort hergestellt. Der Staatskonzern Qatar Energy teilte mit, dass die Anlagen schwer beschädigt worden seien und 17 Prozent der LNG-Exportkapazitäten ausfielen, Reparaturen würden bis zu fünf Jahren dauern. Auch wenn Katar vorrangig Asien mit Flüssigerdgas beliefert hat und nicht Europa, hat sich das weltweite Angebot stark verknappt, was höhere Preise zur Folge hat.
Der Bundestag setzte am Donnerstag im Eiltempo ein Gesetzespaket auf, das die Wettbewerbsregeln an Tankstellen verschärfen und dem Bundeskartellamt damit mehr Handhabe bei der Kontrolle der Mineralölkonzerne geben soll. Derweil hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) per Verordnung Teile der deutschen Ölreserve freigegeben, mit insgesamt 400 Millionen Barrel aus staatlichen Reserven die größte Aktion dieser Art aller Zeiten. Aber bewirkt hat dies allein schon wegen der aktuellen Eskalation nichts, der Ölpreis ist seitdem noch einmal um mehr als 20 Prozent gestiegen. Die Krise hat ebenfalls Auswirkungen auf Lebensmittelpreise, weil auch Mineraldünger-Exporte an der Straße von Hormus festhängen. Es drohe eine „fossile Inflation“, warnt Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (B90/Grüne), auch wegen Versäumnissen beim Klimaschutz.