Fakes und Falschbehauptungen
Wie Russland die Epstein-Files für Propaganda nutzt
In den kürzlich vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten tauchen die Namen zahlreicher Politiker und Prominenter auf, aber zwischen echten Inhalten sind auch viele Falschbehauptungen. Beispielsweise prorussische Akteure versuchen in sozialen Netzwerken, die Epstein-Akten für ihre Propaganda zu nutzen. Unter anderem die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass, aber auch andere russische Medien, verbreiten die falsche Behauptung, dass laut der veröffentlichten Dokumente der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gemeinsam mit Epstein in Menschenhandel verwickelt gewesen sei. Auch manipulierte Bilder werden in sozialen Netzwerken verbreitet. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist ebenfalls ins Visier russischer Desinformation geraten.
Julia Smirnova, Senior Researcherin beim Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) sagt, die Epstein-Akten würden sich gut für Desinformationskampagnen eignen, weil es ein sehr emotional aufgeladenes Thema sei, und zugleich bewusst kalkuliert werde, dass aufgrund der riesigen Menge an Daten gar nicht alles überprüft werden könne. So solle mit derartigen Fakes der Eindruck erweckt werden, dass die gesamte westliche Elite in die Machenschaften des Sexualstraftäters Epstein verwickelt gewesen sei, so Smirnova.