Offener Brief
Zwei Buchenwald-Verbände gegen Weimer-Auftritt bei Gedenken
Zum 81. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald am 12. April ist ein Grußwort von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer geplant. Dagegen haben zwei Buchenwald-Verbände von Angehörigen ehemaliger politischer Häftlinge des Lagers öffentlich protestiert. In einem offenen Brief warfen die Vorsitzende der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora Katinka Poensgen und der Vorsitzende der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora Horst Gobrecht dem Minister vor, es fehle ihm an Verständnis für KZ-Überlebende.
Sie verwiesen unter anderem auf von Weimer verwendete Zitate Heinrich Heines, in denen das Christentum als „Eintrittskarte“ zur europäischen Kultur bezeichnet wird. Daraus leiteten sie den Vorwurf ab, Nachkommen von Überlebenden würden damit nicht zu dieser Kultur gezählt. Zudem wandten sie sich gegen Weimers Entscheidung, drei linke Buchläden vom Deutschen Buchhandlungspreis auszuschließen. Ein Sprecher Weimers erklärte dagegen, der Kulturstaatsminister werde wie geplant an der Veranstaltung teilnehmen. Unterstützung erhielt er auch vom Leiter der Gedenkstätte Buchenwald Jens-Christian Wagner. Angesichts des weltweiten Rechtsrucks sei Weimers Besuch ein wichtiges Zeichen für die Unterstützung der Gedenkstättenarbeit. Auch Präsident des Zentralrats der Juden Josef Schuster stellte sich hinter Weimer und begrüßte den geplanten Besuch.
Die Gedenkstätte Buchenwald hatte bereits zuvor für Diskussionen gesorgt. Anlass war ein Protestaufruf von Aktivist:innen mit der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ für das anstehende Gedenkwochenende.