Brückeneinsturz in Genua

Acht Jahre nach Katastrophe in Genua: Gericht verurteilt 32 Angeklagte

Quelle: Tagesschau
Acht Jahre nach Katastrophe in Genua: Gericht verurteilt 32 Angeklagte
Bildquelle: unsplash Sasun Bughdaryan

Ein italienisches Gericht hat 32 von 57 Angeklagte im Fall des Morandi-Autobahnbrückeneinsturzes in Genua zu Haftstrafen verurteilt. Dazu zählen ehemalige Führungskräfte des italienischen Autobahnbetreibers Autostrade per l’Italia (ASPI), Experten des Ingenieurbüros SPEA und Beamte des Ministeriums für Infrastruktur und Verkehr. Ihnen wurde vorgeworfen, Wartungsarbeiten vernachlässigt und Warnsignale ignoriert zu haben. Die Verteidigung machte einen Konstruktionsfehler für das Unglück vor acht Jahren verantwortlich, bei dem es 43 Tote und 16 Verletzte gab und 600 Anwohner ihr Zuhause verloren.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den ehemaligen ASPI-Vorstandschef Giovanni Castellucci eine Haftstrafe von 18 Jahren gefordert. Ihm wird nachgesagt, dass er Profit über Sicherheit gestellt haben soll. Er wies die Schuld von sich, räumte aber eine Mitverantwortung ein. Zudem erhielten der ehemalige Vizechef Paolo Berti fünfeinhalb Jahre und Instandhaltungsleiter Michele Mitelli elf Jahre Haft.