Verantwortliche kannten teils die Vorwürfe
Auslandseinsätze trotz Missbrauchsverdachts
Deutsche Bistümer haben in mindestens 47 Fällen Priester im Ausland eingesetzt, gegen die Missbrauchsvorwürfe vorlagen. In 20 Fällen wussten die Verantwortlichen bereits vor der Versetzung davon. Eine Umfrage unter 27 Bistümern zeigt, dass die Geistlichen vor allem nach Südamerika und Afrika geschickt wurden. Teilweise hatten sie dort erneut Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, während die Gemeinden vor Ort offenbar nicht immer über die Vorwürfe informiert wurden.
Im Erzbistum Bamberg wurde ein beschuldigter Internatsdirektor nach Namibia versetzt, obwohl kirchliche Verantwortliche von den Anschuldigungen wussten. In einem weiteren Fall halfen Kirchenvertreter einem von Interpol gesuchten Priester, seinen Aufenthaltsort zu verschleiern. Die Deutsche Bischofskonferenz spricht inzwischen von einer erheblichen Zahl solcher Fälle und räumt Fehler im Umgang mit den Beschuldigten ein. Mehrere Bistümer lassen ihre Akten nun extern prüfen.