Nordirland

Ausschreitungen in Belfast nach Messerangriff

Quelle: Die Zeit
Ausschreitungen in Belfast nach Messerangriff
Bildquelle: Sinead, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Nach einem Messerangriff in Nordbelfast kam es zu gewaltsamen Eskalationen in der Stadt. Am Montagabend hatte ein Sudanese auf einen Mann eingestochen und dem Opfer schwere Stichverletzungen in den Augen und im Gesicht zugefügt. Der Täter wurde am Tatort festgenommen.

Im Zuge der Gewalteskalation in der Stadt zündete ein Mob aus maskierten jungen Männern mehrere Häuser an, darunter auch einen „Middle East“-Supermarkt sowie einen Bus und mehrere Autos. Anwohner der betroffenen Straßen flüchteten aus ihren Häusern, während Fensterscheiben von Wohnungen zertrümmert wurden, in denen die Randalierer Zuwanderer:innen vermuteten.

Mit dem Vorfall in Belfast ereignete sich zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ein schockierendes Gewaltverbrechen in Großbritannien, das auch rechte, rechtsextreme und rassistische Parteien und Politiker:innen auf den Plan ruft, um das Verbrechen für ihre jeweiligen Zwecke zu instrumentalisieren und gegen Geflüchtete und Einwanderer:innen zu hetzen. Der Täter war von Paris nach Dublin geflogen und im Februar 2023 per Bus nach Belfast weitergereist, so ein Sprecher der Polizei Belfast. Dort war ihm das Aufenthaltsrecht als Geflüchteter gewährt worden.

Menschen mit einem EU-Pass können leicht über die unbewachte Grenze zwischen der Republik Irland und dem Vereinigten Königreich einreisen. Warum der Täter von Paris nach Dublin reisen konnte, ist noch ungeklärt.