Fußball-WM
Die Rote-Karten-Affäre ist viel mehr als eine Rote-Karten-Affäre
Der Skandal um die Rote Karte für den US-amerikanischen Spieler Folarin Balogun bei der Weltmeisterschaft sorgte für Aufregung in der Fußballwelt. Eigentlich besagt das Regelwerk der FIFA, dass ein Spieler, der mit einer Roten Karte aufgrund von Foulspiel vom Platz verwiesen wurde, nicht bei dem nächsten folgenden Spiel antreten darf. Damit wäre Balogun also eigentlich für das Spiel der USA gegen Belgien gesperrt gewesen. Doch die Rotsperre wurde überraschend von der FIFA aufgehoben, offenbar ist der Entscheidung ein Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Chef Gianni Infantino vorausgegangen.
Damit zeigt die Affäre um Baloguns Rote Karte auch, wie Trump und seine Regierung die regelbasierte Weltordnung und deren System aus Verträgen und Verpflichtungen immer unverhohlener ignorieren. Das spiegelt auch die Tatsache, dass die USA in Trumps zweiter Amtszeit bisher 66 internationale Abkommen und Institutionen verlassen haben. In dieser neuen Weltordnung gelten Regeln nichts mehr. Zu sehen ist das auch unter anderem in Grönland, Venezuela und Iran, wo der US-Präsident ohne jede Rechtsgrundlage agiert. Die gefährliche Botschaft der Roten-Karten-Affäre ist deshalb auch eine Reflexion von Trumps Welt- und Selbstverständnis, das vom Recht des Stärkeren geprägt ist.