Ärzte im Gesundheitssystem
Ein System, das Ärzte zu Patienten macht
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete Ärzte als „Nutznießer“ des Gesundheitssystems. Viele Ärzte leiden jedoch in genau diesem System an chronischer Überlastung, viele entwickeln körperliche und psychische Probleme aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen. 24-Stunden-Dienste sind nach wie vor Alltag in vielen deutschen Kliniken. In Deutschland gibt es nicht nur zu wenig Ärzte, sondern viel der verfügbaren Arztzeit wird zudem von ineffizienten Strukturen, Bürokratie oder Überlastung geschluckt.
Die Berufsgenossenschaft schätzt, dass zwischen vier und 20 Prozent aller Ärzte an einem akuten Burn-out leiden, zusätzliche sind sechs bis 13 Prozent an einer Depression erkrankt. Viele Ärzte greifen deshalb zu Beruhigungsmitteln um im Arbeitsalltag weiter funktionieren zu können, auch Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch sind im System sehr verbreitet.