Iran
Iran-Krieg wird für Trump zum Desaster
Der Historiker Timothy Snyder sieht den Iran-Krieg als klare Niederlage für die USA und als Erfolg für Iran. Er macht dafür vor allem US-Präsident Donald Trump verantwortlich. Snyder wirft ihm vor, den Konflikt ohne durchdachten Plan begonnen und die iranische Führung falsch eingeschätzt zu haben. In Washington habe man offenbar geglaubt, militärischer Druck werde Iran schnell zum Nachgeben zwingen. Doch Iran reagierte anders und setzte die USA selbst unter Druck, etwa mit der Drohung, die Straße von Hormus zu blockieren.
Die nun vereinbarte Absichtserklärung bewertet Snyder als Kapitulation Amerikas und als Stärkung des iranischen Regimes. Trump habe persönliche Interessen über strategisches Denken gestellt. Zugleich kritisiert Snyder die politischen Verhältnisse in den USA. Aus seiner Sicht ermöglichen Machtkonzentration, wirtschaftliche Ungleichheit und mediale Abhängigkeiten, dass ungeeignete Personen an die Spitze des Staates gelangen.