Queerer Jugendverband Lambda verliert Förderung

„Jugendlichen mit Suizidgedanken können wir dann nicht länger helfen“

Quelle: Tagesspiegel
„Jugendlichen mit Suizidgedanken können wir dann nicht länger helfen“
Bildquelle: SebDooris, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der queere Jugendverband Lambda wird zum Jahresende 2026 Fördergelder vom Bundesfamilienministerium in Höhe von rund 380.000 Euro jährlich vollständig verlieren. Der Verband bietet Beratung bei persönlichen Problemen, Erfahrungen mit Mobbing und Gewalt, oder Unsicherheiten in der Phase des Coming-outs. Zudem werden Veranstaltungen organisiert und sichere Räume zur Vernetzung geschaffen. Für die Streichung der Gelder gab es vom Ministerium keine Begründung oder Ankündigung.

Die Geschäftsführerin von Lambda Kim Alexandra Trau kritisierte das Familienministerium unter Karin Prien (CDU), dass Gelder für queere Unterstützungsangebote gestrichen würden. Für Deradikalisierungsprogramme sei Geld vorhanden, aber nur bei den potenziellen Täter:innen anzusetzen, greife zu kurz, so Trau. Queere Menschen in Deutschland seien täglich die Zielscheibe von Hass und Gewalt. Ohne die Fördermittel müsse die Jugendberatung eingestellt werden. Das sei gerade bei Jugendlichen mit Suizidgedanken, Gewalterfahrungen, und im ländlichen Raum ein großes Problem.