Wahlen in Israel: Zwischen Aufbruchstimmung und politischem Trauma
Kann ein liberales und demokratisches Israel überleben?
In Israel gilt ein sehr eingeschränktes Briefwahlrecht, mit wenigen Ausnahmen muss am Wahltag vor Ort gewählt werden. Zehntausende Israelis aus der ganzen Welt reisten deshalb für die Stimmabgabe zur Parlamentswahl an. Viele von ihnen hatten das Land wegen der Politik der rechtsextremen und korrupten Regierung unter Netanjahu verlassen. Zu Trauer über eine gleich doppelt verlorene Heimat mischte sich Wut über eine Regierung, unter der das Land für viele Demokraten unerträglich geworden ist.
Im Vorfeld der Wahl herrschte bei vielen Menschen Hoffnung und Optimismus für eine bessere Zukunft des Landes. Auch die hohe Wahlbeteiligung wurde als gutes Zeichen für eine erstarkende Opposition gesehen. Besonders bei liberalen demokratischen Israelis herrschte die Erwartung, die derzeitige Regierung aus rassistischen und inkompetenten Populisten endlich ablösen zu können. Ein großer Teil der politischen Opposition verbreitet jedoch ebenso rassistische Rhetorik. Eine zukünftige Führung des Landes müsste zwischen Juden und Arabern vermitteln und kooperieren.