Warnsignale an den Aktienmärkten
KI-Boom gerät durch hohe Schulden unter Druck
Der KI-Entwickler Anthropic plant einen Börsengang mit einer möglichen Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar. Gleichzeitig wachsen Zweifel an der Rentabilität des KI-Booms. Die Aktie des Rechenzentrumsbetreibers CoreWeave verlor gegenüber ihrem Höchststand 70 Prozent. Goldman Sachs erwartet für 2026 Investitionen von rund 800 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Nach Berechnungen von Gartner müssten Rechenzentrumsbetreiber bis 2030 Umsätze von 8,5 Billionen Dollar erzielen, um Kosten und übliche Renditen zu decken. Prognostiziert werden jedoch nur 3,6 Billionen Dollar.
Anders als bei klassischer Software verursacht jede KI-Anfrage laufende Rechenkosten. Hohe Schulden, sinkende Preise für KI-Anfragen und gegenseitige finanzielle Abhängigkeiten erhöhen die Risiken. CoreWeave ist mit 52 Milliarden Dollar verschuldet. Ein Einbruch könnte auch Anleger mit breit gestreuten ETFs treffen. Fachleute ziehen Parallelen zur Dotcom-Blase, betonen jedoch Unterschiede: Anders als damals erzielen einige große Technologiekonzerne bereits Gewinne. Ob sich die Milliardeninvestitionen langfristig auszahlen und welche Unternehmen davon profitieren, bleibt offen.