Künstliche Intelligenz

KI-Einsatz bei Buchenwald-Rede

Quelle: Die Zeit
KI-Einsatz bei Buchenwald-Rede
Bildquelle: unsplash Tim Witzdam

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) steht in der Kritik, weil er laut Recherchen von FragDenStaat und Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei Reden, Gastbeiträgen und Grußworten umfangreich Künstliche Intelligenz (KI) genutzt haben soll. Darunter sollen auch Reden zu Gedenkakten für Opfer des Nationalsozialismus und zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald gewesen sein. Diese Dimension der Nutzung von KI, insbesondere in hochsensiblen und historischen Lokalitäten und Situationen, ist auch politisch problematisch.

Sprache ist für Politiker ein zentrales Mittel, um Haltung, Vertrauen und Nähe zu Bürgern herzustellen. Besonders an einem historischen Ort wie Buchenwald muss ein Regierungschef eigene Gedanken und Worte finden können. Die Thüringer Staatskanzlei verteidigte Voigts Vorgehen und erklärte, KI gehöre zum Arbeitsalltag moderner Organisationen. Politik darf aber nicht nur auf Effizienz setzen, sondern muss glaubwürdig kommunizieren. Der Fall Voigt zeigt, dass Austauschbarkeit und generische Sprache in der Politik mit Nutzung von KI verstärkt wird.