Ceuta
Marokko gibt Sozialen Medien Schuld an Tragödie
Nach dem tödlichen Massenandrang auf die spanische Exklave Ceuta hat Marokkos Regierung Stellung bezogen. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte im staatlichen Fernsehen, dass Soziale Medien eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung der Menschen gespielt hätten. Es habe eine „böswillige Ausnutzung des digitalen Raums“ und die „Verbreitung irreführender Informationen“ gegeben. Zudem kursierten offenbar Fehlinterpretationen eines spanischen Gerichtsurteils, wonach jemand, der auf See aufgegriffen würde, nicht wieder abgeschoben werden könne. Marokko drängt auf einen ganzheitlichen Ansatz zur Bewältigung der Migration, der auf geteilter Verantwortung, wirksamer Solidarität und Lastenteilung beruht.
Der marokkanische Journalist Ahmed Biyouzan bestätigt, dass die Mobilisierung im Vorfeld der Tragödie hauptsächlich über das Handy erfolgte. Bereits Ende Juli habe es Kampagnen in sozialen Netzwerken wie TikTok, Facebook und Instagram gegeben, die zur Einreise aufriefen. Verbindungen zur lokalen Mafia und Schmuggelnetzwerken habe er dagegen nicht erkennen können, so Biyouzan. Verantwortung für das Versagen des Sicherheitsapparates und die Toten in Ceuta hat bislang niemand übernommen.