Kernfusion in Bayern
Münchner Start-up sammelt 411 Millionen Euro für Fusionsreaktor
Das Münchner Start-up Proxima Fusion hat nach der letzten Finanzierungsrunde eine Gesamtbewertung von 2,4 Milliarden Euro erreicht. Es sammelte 411 Millionen Euro von privaten Investoren wie RWE und Google ein, zu denen der Freistaat Bayern weitere 400 Millionen Euro beisteuert. Damit gehört das Unternehmen nach eigener Aussage zu den höchstbewerteten Branchenvertretern weltweit. Laut Proxima Fusion Chef Francesco Sciortino könne die Kernfusion eine ähnliche wirtschaftliche Bedeutung wie einst die Automobilindustrie erlangen.
Das für den Reaktor benötigte Plasma soll in einer komplexen Magnetfeldgeometrie, dem sogenannten Stellarator, eingeschlossen werden. Ein Stellarator ist schwieriger zu bauen als der weiter verbreitete Tokamak, erleichtert aber den Dauerbetrieb der Anlage. So soll bis Ende der 2030er-Jahre ein kommerzieller Fusionsreaktor entstehen. Kernfusion gilt als sauberer als Kernspaltung und hat im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken keinen direkten CO2-Ausstoß.