AfD-Parteitag
Ohne ihren Extremismus ist die AfD nichts
Auf dem AfD-Parteitag in Erfurt an diesem Wochenende stand das Thema Migration eher im Hintergrund. Stattdessen richtete sich Hetze in der AfD zuletzt verstärkt gegen die „sogenannte Zivilgesellschaft“, und meint damit vor allem NGOs, Gewerkschaften und staatlichen Rundfunk. Dies ist auch bedeutsam vor dem Hintergrund der Proteste gegen den Parteitag der AfD mit mindestens 30.000 Demonstrant:innen.
Das Gegenbild, das die AfD versucht zu entwerfen, ist ein identitärer Ansatz mit einem diffusem „Schwarz-Rot-Gold“-Gefühl. Deutschland sei krank, hatte Björn Höcke in Erfurt konstatiert, man müsse es „heilen“ und, es „wieder großartig machen“.
Hinter dem professionelleren Auftreten des neuen AfD-Bundesvorstands verbirgt sich aber nicht weniger Radikalität. Der neue Schatzmeister Hannes Gnauck beispielsweise wird vom militärischen Abschirmdienst MAD als „Extremist“ geführt; die Bundeswehr verbot ihm, die Uniform zu tragen. Es bleibt abzuwarten, wie lange die AfD ihre Wähler mit einem „besseren Deutschlandgefühl“ anstatt mit der üblichen extremistischen Rhetorik halten kann.