Viele Waffen, viel Aufrüstung, wenig Kampfkraft
Saudi-Arabiens Schwäche im Drohnenkrieg gegen die Huthi
Die schiitische Huthi-Miliz greift Saudi-Arabien aus dem Jemen heraus unter anderem mit Drohnen und Marschflugkörpern an. Innerhalb einer Woche wurden auf saudischer Seite 18 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Die Angriffe der proiranischen Milizen haben sich seit Anfang Oktober verstärkt. Ihre Ziele sind vor allem Flughäfen, Raffinerien, Rohstofflager und Pipelines. Mit der Eroberung eines Gebiets am Roten Meer können die Huthis die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab für saudische Schiffe blockieren. Darunter leiden auch saudische Ölexporte und damit Staatseinnahmen.
Trotz neuer Abwehrsysteme, beträchtlichen Verteidigungsausgaben und rund einer Viertelmillion Soldaten ist Saudi-Arabien den Milizen und dem iranischen Regime unterlegen. Besonders in der saudischen Luftverteidigung klafft eine Lücke, auch weil das Land, ähnlich wie Deutschland, die Drohnenabwehr lange vernachlässigte. Flugabwehrmittel wie das Patriot-System sind teuer und werden nur in knapper Stückzahl produziert. Weltweit sind die Vorräte erschöpft. Unterstützung bei der Drohnenabwehr kommt derzeit auch aus der Ukraine.