Nach den US-Zwischenwahlen
Trump ist verwundbar, Europa muss handeln
Der klare Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen ist ein Segen für Amerikas Demokratie: Trump kann die Wahl kaum für gestohlen erklären, und der Kongress kann ihn wieder kontrollieren. Dieser Rückschlag trifft Rechtsextreme weltweit, auch die AfD, die sich ausgerechnet jetzt mit einem Arbeitspapier eng an Trumps Außenpolitik gebunden hat. Das Ende der nationalistischen Welle ist damit aber nicht besiegelt, denn in Frankreich kann Marine Le Pen weiterhin gewinnen.
Für Europa ist die wichtigste Botschaft, dass Trump verwundbar ist. Statt ihm zu schmeicheln, sollten die Europäer selbstbewusst dagegenhalten, etwa bei seinen Gesprächen mit Russland über Europas Sicherheit oder seinen Plänen für neue Angriffe auf den Iran. Auch Israels Regierungschef Netanjahu gehört zu den Verlierern, weil sich das Verhältnis der USA zu Israel ändert. Auf eine Rückkehr Amerikas sollte Europa trotzdem nicht hoffen, sondern schnell unabhängiger werden, denn Trump bleibt ein Risiko für die ganze Welt.