Kriminalität
UN: Menschenhandel für Online-Betrug nimmt rasant zu
Nach Angaben der UN-Organisation für Migration (IOM) werden jedes Jahr hunderttausende Menschen von Menschenhändlern für Online-Betrug missbraucht. Viele werden unter falschen Versprechungen von gut bezahlter Arbeit ins Ausland gelockt, dort eingesperrt, überwacht und gezwungen, an betrügerischen Maschen teilzunehmen.
Die IOM bezeichnet dieses Vorgehen krimineller Banden als eine der am schnellsten wachsenden Menschenhandelsformen, die Zahlen stiegen in den letzten Jahren rasant an, so die IOM-Chefin Amy Pope. Sie gehe davon aus, dass rund 300.000 Menschen weltweit in solchen Zentren zur Arbeit gezwungen werden.
Neu sei, dass diese Banden gezielt Menschen mit guten Englischkenntnissen und einem Universitätsabschluss suchten, inzwischen zunehmend aus Afrika, so Pope. Nach Schätzungen des UN-Büros für Drogen- und Kriminalitätskontrolle (UNODC) beläuft sich der Schaden durch kriminelle Aktivitäten in solchen Betrugszentren auf bis zu 114,1 Milliarden Dollar (rund 100 Milliarden Euro).