Sudan
UN-Menschenrechtskommissar besorgt wegen neuer Gewalt im Sudan
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat auf einer Sondersitzung des Menschenrechtsrates vor möglichen Gräueltaten in der Stadt Al-Obeid im Sudan gewarnt. Im Sudan entfalte sich eine Menschenrechtskatastrophe, so Türk. Das Blutvergießen zwischen dem sudanesischen Militär und der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces (RSF) müsse gestoppt werden. Zivilisten würden seit 18 Monaten mehr oder weniger belagert und seien auch von Drohnenangriffen betroffen. Wegen Angriffen auf die Infrastruktur hätten die Menschen kaum Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder Treibstoff.
In der Region finden derzeit die bislang stärksten Kämpfe des Krieges im Sudan statt. Im vergangenen Jahr waren innerhalb von drei Tagen mindestens 6.000 Menschen getötet worden, als die RSF die Stadt Al-Faschir einnahm. Türk erinnerte daran, dass sowohl die RSF als auch verbündete Milzen damals Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt hätten, wie etwa Massentötungen, sexuelle Gewalt und Folter. Der Krieg im Sudan hat seit April 2023 fast 14 Millionen Menschen in die Flucht getrieben und zu Hungersnöten geführt, fast 60.000 Menschen wurden bisher getötet.