Nordirland

Was in Belfast passiert, ist blanker, offener und gewaltsamer Rassismus

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Was in Belfast passiert, ist blanker, offener und gewaltsamer Rassismus
Bildquelle: Sineakee, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Nachdem in Belfast die zweite Nacht in Folge ein gewalttätiger Mob aus mehreren Hundert maskierten Männern Verwüstung in der Stadt angerichtet hatte, setzte die Polizei am Mittwochabend Wasserwerfer ein. Die offen rassistischen Angriffe zielten auf Menschen mit nichtweißer Hautfarbe, viele Familien wurden von der Polizei in betroffenen Straßenzügen in Belfast evakuiert.

Der Mob wurde auch von Aufrufen in Social Media angestachelt, darunter Elon Musk und andere rechtsextreme und rassistische britische Parteien und Politiker. Rupert Lowe, Abgeordneter der offen islamfeindlichen und tief rassistischen Partei Restore Britain, forderte die Todesstrafe für den Täter.  

Hintergrund der Ausschreitungen war ein brutaler Messerangriff am Montagabend, bei dem ein vor drei Jahren auf legalem Weg eingereister Sudanese einen anderen Mann schwer verletzt hatte. Der Angreifer wurde am Tatort festgenommen und bereits zwei Tage später vor Gericht wegen versuchten Mordes angeklagt. Die Familie des Opfers zeigte sich erschüttert, wie der Fall von Rassisten missbraucht wird, um Gewalt auf den Straßen zu legitimieren. Das sei ausdrücklich nicht in ihrem Sinn.